Einsatz von Raps- und Sonnenblumenkuchen in der Fütterung landwirtschaftlicher Nutztiere

Raps- und Sonnenblumenkuchen können ohne Probleme in der Fütterung von Schweinen und Wiederkäuern eingesetzt werden.

Produktbeschreibung
Raps- und Sonnenblumenkuchen sind eiweißreiche Nebenerzeugnisse der Ölgewinnung, die durch Pressen von Raps- bzw. Sonnenblumensamen, die in der Regel nicht entschält werden, anfallen. Als Expeller werden die Pressrückstände von Schneckenpressen bezeichnet. Futtermittelrechtlich sind Kuchen und Expeller idente Begriffe.

Mit zunehmendem Restfettgehalt (verminderter Auspressung) des Kuchens nimmt die Energiekonzentration zu, der Gehalt an anderen Inhaltsstoffen, wie z.B. das Rohprotein, jedoch ab. Bei Sonnenblumenkuchen wird der Nährstoffgehalt neben dem Auspressgrad (Restfettgehalt) auch sehr durch den Schalenanteil beeinflusst. Kuchen von geschälten bzw teilgeschälten Saaten sind deutlich nährstoffreicher und besser verdaulich als Kuchen von ungeschälten Saaten.

Wie die Tabelle 1 zeigt, beinhalten sehr gut ausgepresste Kuchen um rund die Hälfte weniger Fett und daher auch deutlich weniger Energie, jedoch um nahezu ein Drittel mehr Rohprotein als schlecht ausgepresste Kuchen.


Fütterungsempfehlungen
Rindermast:
Ölkuchen finden in der Rindermast die günstigste Einsetzbarkeit. Die nachfolgende Übersicht zeigt Kraftfuttermischungen für die intensive Rindermast mit teigreifer Maissilage als Grundfutterbasis.

Milchviehfütterung:
In der Milchviehfütterung ist der Restfettgehalt des Kuchens ein begrenzender Faktor. Der Ölkucheneinsatz ist auf die pansenphysiologische Rohfettgrenze (maximal 5% der täglichen Trockenmasseaufnahme) abzustimmen. Fettreichere Kuchen sind daher mit maximal 1,5 kg je Kuh und Tag einzusetzen. Fettärmere Kuchen mit weniger als 15% Restfettgehalt können mit 2 kg je Kuh und Tag verfüttert werden. Bei Einsatz von Ölkuchen sind die Milchinhaltsstoffe zu beobachten. Bei Problemen mit Milchinhaltsstoffen kann ein zu hoher Ölkucheneinsatz als mögliche Ursache in Frage kommen.

Mastschweine:

In der Schweinemast sind je nach Maisanteil 3 bis 10% Rapskuchen einsetzbar. Mais und Kuchen dieser Ölsaaten beinhalten relativ hohe Gehalte an Polyensäuren, die sich auf die Fettkonsistenz des Schweinefleisches nachteilig auswirken. In Futterrationen mit hohen Maisanteilen sollte daher der Rapskuchenanteil mit maximal 3% begrenzt werden. Getreideintensive Rationen können auch höhere Rapskuchenanteile beinhalten. Sonnenblumenkuchen sind in der Schweinemast nicht zu empfehlen. Erfahrungsgemäß wirkt sich der hohe Schalenanteil auf die Verdaulichkeit des Futters und somit auch auf die Leistung nachteilig aus.

Zuchtsauen:
In der Fütterung tragender und säugender Zuchtsauen sind 5 bis 10% Rapskuchen einsetzbar. Sonnenblumenkuchen können mit Anteilen von 3 bis 5% rationiert werden, sofern eine sichere Futterhygiene gegeben ist.

Ferkel:

Für Ferkel ist der Rapskuchenanteil in der Ration mit 3% zu beschränken. Sonnenblumenkuchen sind auch in der Ferkelfütterung nicht empfehlenswert.