Eigenschaften von Pflanzenölen

Chemisch gesehen bestehen Fette und fette Öle - auch Triglyceride genannt - aus Glycerin und drei Fettsäuren. Die Fettsäuren können zwischen den Kohlenstoffatomen eine einfache oder doppelte Verbindung besitzen.

Sobald in der Kohlenstoffkette der Fettsäure eine Doppelbindung auftritt spricht man von einer einfach ungesättigten Fettsäure, bei mehreren Doppelbindungen von mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Die vorkommenden Fettsäuren in einer Ölsaat sind weitgehend genetisch fixiert. Die Struktur der Fettsäuren hat einen erheblichen Einfluss auf die physikalischen Eigenschaften des Öles.
Je größer der Anteil der ungesättigten Fettsäuren ist, desto größer ist auch die Jodzahl. Öle mit hoher Jodzahl sind nicht von Haus aus als Kraftstoff ungeeignet, jedoch sind sie als „reaktionsfreudiger“ einzustufen, da die Doppelbindungen leichter aufbrechen. Jedoch wurde festgestellt, dass je höher die Jodzahl war, desto höher waren auch die Ablagerungen am Kolbenring. Aus heutiger Sicht ist daher der Einsatz von reinem Leindotteröl (Jodzahl 160) als Kraftstoff nicht zu empfehlen. Das Inverkehrbringen von Pflanzenölen mit einer Jodzahl unter 100 bzw. über 120 würde auch der Kraftstoffverordnung widersprechen.
Charakteristische Eigenschaften wie Dichte, Flammpunkt oder Heizwert weisen bei verschiedenen Pflanzenölen nur geringe Unterschiede auf.

Potenziale von Pflanzenölen
Die meisten Erfahrungen mit Pflanzenölen als Treibstoff gibt es momentan mit Rapsöl. Die Sonnenblume rückt vor allem als Ölsaat für den pannonischen Raum immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses.
Die Staatsfläche von Österreich beträgt 83.900 km2. Davon werden rund 34.000 km2 landwirtschaftlich als Ackerland und Grünland genutzt. Die als Ackerland genutzte Fläche liegt derzeit bei etwa 1,38 Mio. ha. In der nachstehenden Tabelle werden Anbauflächen und Erträge von Raps und Sonnenblume in Österreich aufgezeigt.

Die durchschnittlichen Ölsaatenerträge haben sich in den letzten Jahren gesteigert, jedoch sind diese vor allem beim Raps stark witterungsabhängig.
Raps sollte als Fruchtfolgeglied einen Anteil von 25% nicht überschreiten. Berücksichtigt man diesen Wert, so beträgt die maximal mögliche Anbaufläche in Österreich rund 345.000 ha. Bei einem angenommenen Ölertrag von 1000 kg/ha (1.087 l/ha) würde sich für Österreich theoretisch eine mögliche jährliche Rapsölmenge von 345.000 t ergeben. Im Vergleich dazu lag der Gesamtdieselverbrauch in Österreich im Jahr 2004 waren es 5,9 Millionen Tonnen.
Global gesehen ergibt sich ein anderes Bild. Insgesamt gibt es mehrere hundert verschiedene Ölpflanzen, wobei sich der Hauptanbau auf wenige Arten beschränkt.
Im Jahr 2000 wurden beispielsweise weltweit rund 90 Millionen Tonnen Pflanzenöl und 22 Millionen Tonnen tierische Fette erzeugt: Die global bedeutendsten Ölpflanzen sind Soja und Ölpalme, gefolgt von Raps- und Sonnenblumenöl.